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Deepfakes für Anfänger

Ist es möglich ohne Vorkenntnisse und ohne spezielle technische Ausrüstung ein auf den ersten Blick glaubwürdiges Deepfake zu erstellen? Vier Berufsmaturanden fanden heraus: Ja, das ist es.

Was ist ein deepfake?

"Deepfake" ist ein englisches Kofferwort zusammengesetzt aus den Begriffen "Deep Learning" und "Fake". Als Deepfake werden realistisch wirkende Medieninhalte (Foto, Video, Audio) bezeichnet, welche durch Techniken der künstlichen Intelligenz abgeändert und verfälscht worden sind. Um Deepfakes zu erstellen, werden Methoden des maschinellen Lernens, künstliche neuronale Netzwerke, verwendet, um Fälschungen weitgehend ohne menschliches Zutun zu erzeugen. (Quelle)

Aus Lukas wurde Helene. Oder wurde aus Helene Lukas? Wie auch immer wir es drehen wollen, Fakt ist: Deepfakes gehören immer mehr zu unserer medialen Realität. (Bildquelle: IDPA Deepfakes für Anfänger) 

 

In ihrer interdisziplinären Projektarbeit gingen vier Berufsmaturanden des BBZB BM Luzern  der Frage nach, ob sie fähig sein würden, selber ein glaubwürdiges Deepfake zu erstellen. Ihre Resultate sind bemerkenswert.

 

idpa abstract

Deepfakes finden in der Film-, Medien- und Pornografiebranche vermehrt Anwendung. Wir wollten wissen: Ist es möglich ohne Vorkenntnisse, mit moderatem Aufwand und ohne spezielle technische Ausrüstung einen auf den ersten Blick glaubwürdigen Deepfake zu erstellen?

Bei unseren ersten Versuchen mit dem Programm DeepFaceLab wurde uns klar, dass es uns möglich ist, ein Deepfake zu erstellen.

Als Ausgangsmaterial wurden eigene Videoaufnahmen von Patrice und Lukas verwendet. Die Versuchsgruppe versuchte mit der Gesprächsleitung alle benötigten Reaktionen zu provozieren. Das erste Resultat vermag auf den ersten Blick eine erfolgreiche Täuschung zu sein, subtile Unstimmigkeiten offenbaren den Fake aber bei genauer Betrachtung. Durch Justierung von Einstellungen in der Produktion können signifikante Bildverbesserungen realisiert werden. Zwei weitere Produktionen mit Musikvideos zeigen die Qualitätsbandbreite und Kontraste auf. Mit diesen Versuchen konnten wir unsere Hypothese belegen. Es ist uns gelungen, ein auf den ersten Blick glaubwürdiges Deepfake zu erstellen.

Durch die Produktionsversuche mit eigenem Videomaterial und im Internet verfügbaren Musikvideos wird Wissen darüber aufgebaut, welche Faktoren in einer Videosequenz für einen realistischen Deepfake ausschlaggebend sind. Im Zusammenhang mit DeepFaceLab werden die verschiedenen Einstellungen über alle Verarbeitungsstufen berücksichtigt, mit dem Ziel, ein möglichst realistisches Resultat zu erreichen.

Haupterkenntnis unserer Arbeit ist, dass unsere These zutrifft. Jedoch bedarf es weiterer Spezifizierung. Es muss zwischen verschiedenen Szenarien differenziert werden. Wenn ideale Voraussetzungen im Quellmaterial erfüllt sind, kann jeder ein Deepfake erstellen. Werden aber einwandfreie Deepfakes auf professionellem Niveau angestrebt, wird mehr Aufwand und Know-How vorausgesetzt.

Quelle: IDPA 2021 "Deepfakes für Anfänger", L. Baumeler, S. Kreis, F. Kluser, P. Meyer

 

Im Gespräch

Ihr vier habt für eure IDPA drei Deepfakes unterschiedlicher Qualität erstellt. Wie viel Zeit habt ihr für eure Versuche und total für eure Abschlussarbeit investiert?

 

 

In unserem Gespräch, das anschliessend an eure Präsentation stattfand, haben wir über die Auswirkungen der Verbreitung von Deepfakes auf Gesellschaft und Wirtschaft gesprochen. Wo seht ihr positive Anwendungsmöglichkeiten und wo ist Vorsicht geboten?

 

 

Ihr habt mit "DeepFaceLab", einem OpenSource-Programm, gearbeitet. Was ist das genau?

 

 

Was nehmt ihr persönlich aus der IDPA für euch mit? 

 

 

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