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Desktop-3D-Druck

Fokus: 3D-Druck Teil 2 // Beitrag von Miriam Huwiler

Als ich mit 11 Jahren meinen ersten Computer und einen Drucker bekam, war dieser meine liebste Büromaschine und ist es noch heute. Damals hatte ich mir allerdings nicht vorstellen können, dass es eines Tages möglich sein würde, auf meinem Bürotisch selber Alltagsgegenstände zu drucken. 

#3DBenchy ist ein 3D-Modell designt von Creative Tools Sweden, um 3D-Drucker zu testen. Die Vorlage kann gratis heruntergeladen werden. 

Alltagsgegenstände selbst gedruckt

Ich liebe die Idee, die Spielsachen meiner Kinder selbst zu drucken. Ein schwarzes Schiffchen da, ein weisses Einhorn dort. Noch kein Weihnachtsgeschenk für die Schwiegermutter? Schnell eine Vase gedruckt, fertig. Mein Bürotisch wird zur Manufaktur. Das ist richtig cool.

Aber wer machte das alles möglich? Wer sind die Pioniere, die für den 3D-Druck das sind, was Steve Jobs für Computer war? Wer brachte uns den "Heim-3D-Drucker"?

Wenn man sich diese Frage stellt, kommt man auf einen Namen: MakerBot. Die Geschichte von MakerBot ist eine mehr oder weniger typische Gründergeschichte: Die drei Gründer treffen sich in einem Hackerspace und tüfteln gemeinsam am RepRap-Projekt (mehr dazu in Teil 1). Einige Zeit später gründen sie gemeinsam ein Unternehmen. Die Rede ist von Bre Pettis, Adam Mayer und Zachary Smith, die 2009 ihr Unternehmen MakerBot Industries, LLC. starten. Bre Pettis, CEO, nahm sich Steve Jobs zum Vorbild: Wie jeder Haushalt einen Desktop-PC erhielt, sollte von nun an auch jeder Haushalt einen Desktop-3D-Drucker bekommen. Die Nachfrage nach den 2Fused Filament Fabrication"-Druckern war gross und die Geschichte von MakerBot voller Höhen und Tiefen. Adam Mayer und Zachary Smith verliessen das Unternehmen und Bre Pettis fusionierte MakerBot 2013 mit Stratasys (siehe Teil 1).

Bisher hat MakerBot mehrere Generationen von Desktop-3D-Druckern herausgebracht und bezeichnet sich als Weltmarktführer des Desktop-3D-Druck-Marktes mit FFF-Technologie. Die Konkurrenz aber schläft nicht. 

MakerBot hat die Plattform "Thingiverse" gegründet und betreibt damit die grösste Online-3D-Printing-Community mit der grössten Vorlagensammlung. (Quelle)

Adam Mayer, Tach Smith und Bre Pettis (von links nach rechts)

Open-Source Hardware "Closed"

Die grosse Kontroverse im Unternehmen brach 2012 auf. MakerBot basierte auf der Open-Source-Hardware des RepRap-Projektes. Mit der Produktlancierung des "Replicator 2" verkündete Bre Pettis allerdings: "We will not share the way the physical machine is designed or our GUI" (GUI = Graphical User Interface). MakerBot-3D-Drucker wurden schliesslich zur geschlossenen, also patent-geschützten Hardware. Dies verärgerte neben der Community auch Mitgründer Zachary Smith. 

Es ist eine beispielhafte Geschichte für die Herausforderungen des Schutzes von Geistigem Eigentum. Innovationen werden von enthusiastischen Tüftlern vorangetrieben, die eine gemeinsame Vision verfolgen und nicht in erster Linie an Patente und das grosse Geld denken. 

Formlabs, ein früher MakerBot-Mitstreiter, focht acht Patentstreitigkeiten mit 3D-Systems (siehe Teil 1) aus. Formlabs wurde 2011 von den drei MIT-Studenten Maxim Lobovsky, Natan Linder und David Cranor gegründet. Sie wollten den ersten für alle erschwinglichen, einfach zu handhabenden Stereolithografie-Desktop-3D-Drucker entwickeln, was ihnen auch gelang. (Quelle)

Die ganze Geschichte über Makerbot und Formlabs erzählt die Netflix-Dokumentation "Print the Legend" von Luis Lopez und J. Clay Tweel (2014). TRAILER

 

Was man mit einem Formlabs-Drucker entwickeln kann, siehst du HIER.

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